Italien - der Stiefel

Es gibt einige Länder auf der Welt, die durch ihre einprägsame Form auf der Landkarte hervorstechen. Eines der auffälligsten ist sicherlich Italien. Die Stiefelform ist einfach unverwechselbar. Es sieht so aus, als ob Italien dem vorgelagerten Sizilien einen Stupser geben möchte. Was böse Zungen bestimmt mit der politischen Wirklichkeit in Verbindung bringen. Bella Italia ist in 20 Regionen aufgeteilt und hat 8000 km Küste. Das Klima Italiens reicht vom alpinen Winter im Norden bis zur sommerlichen Gluthitze im Süden. Dementsprechend unterschiedlich sind die Landschaften und auch die Menschen.

Die alpinen Regionen bestehen aus dem kleinen Val d'Aosta, dem Piemonte, Trentino-Südtirol und Friaul-Julisch-Venezien. Hier überwiegt die alpenländische Küche mit Produkten der Almwirtschaft, wie Käse, Butter, Fleisch, Räucherspeck, Brot und natürlich Knödel, alles Speisen welche wir auch bei uns im nördlichen Alpenraum kennen und schätzen. Dazu kommen die schmackhaften Forellen und Renken aus den klaren Gewässern der Bergwelt Norditaliens. Die Nähe zu Österreich, Schweiz und Süddeutschland ist unverkennbar. Wie jede Region haben auch die Alpengebiete berühmte Köstlichkeiten angefangen von Trüffeln über die besagten Knödel und Schupfnudeln bis zu verführerischen Süßspeisen.

Es folgt die ausgedehnte fruchtbare Landschaft der Poebene mit Emilia Romagna, Venezien und der Lombardei. Hier ist der Risotto zuhause mit seinen unzähligen Variationen. Dieses Gebiet ist ein kulinarisches Schlaraffenland mit ihrer reichen opulenten Küche. Hier gibts Fleisch, Milch, Käse, Sahne, hervorragende Schinken, Kalb- und Rindfleisch, es wird mit Wein geschmort und Butter dem Olivenöl vorgezogen. Der schmale Küstenstreifen an der Nordwestküste Italiens nennt sich Ligurien, der südliche Fortsatz Toskanaküste. Berühmt in dieser Gegend sind der Basilikumpesto, aromatische Kräuter und exzellente Fischgerichte. In dieser Küche ist schon das Olivenöl zuhause. Angrenzend kommen weitere klassische Urlaubsregionen: Toskana, Umbrien und die Marken. Berühmt ist das riesige Bistecca alla Fiorentina vom Chianina-Rind, ganz puristisch gegrillt und von unvergleichlich gutem Geschmack. Außerdem ist hier einer der bekanntesten italienischen Weine - der Chianti zuhause.

Dann beginnt eigentlich schon der Süden von Italien mit den Regionen Latium, Kampanien, Abruzzen und Molise. Hier spielt natürlich auch, wie an allen Küsten Italiens der Fisch in der Küche eine herausragende Rolle. Je weiter man ins Landesinnere zum Gebirgsrücken der Abruzzen kommt, verschieben sich die Rezepte zu den Fleischgerichten. Und ab jetzt wird es richtig heiß: Apulien, Basilikata und Kalabrien sind nicht nur klimatisch auf Hitze eingestellt. Hier sind auch die höllisch scharfen Peperoncini zuhause und in sehr sehr vielen Gerichten großzügig vorhanden. Es fehlen noch die großen Inseln Italiens - Sardinien und Sizilien. Die Küche Sardiniens ist ausgerichtet auf Lammfleisch, Wildschwein, Ziege, Fisch und Meerestiere sowie Produkte aus Schafmilch. Jeder kennt die Käsesorten Pecorino und Ricotta.

Und jetzt sind wir auf der größten Insel im Mittelmeer, dem magischen Sizilien. Diese Küche ist mit wenigen Worten nicht zu beschreiben. Die Bandbreite ist riesengroß. Sizilien ist nicht nur ein Schmelztiegel der Völker, sondern auch der Küchen. Die Sizilianer kochen sehr gerne und jedes Dorf hat seine kleinen Geheimnisse und Rezepte. Auch Comissario Montalbano lebt hier seine kulinarischen Leidenschaften aus. Dazu kommt noch, vor allem im Westen, ein starker Einschlag der wohlschmeckenden arabischen Küche mit Zutaten wie Couscous, Mandeln, Zimt und Rosinen. Die hervorragenden Weine Siziliens gehören zu den wichtigsten Exportgütern. Und natürlich darf nirgends Olivenöl fehlen.

Die Menschen, die Küche und die Landschaften Italiens sind die besten Gründe, um Land und Leute zu lieben.

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