Sehenswürdigkeiten


Sciacca-HafenSciacca? Wer geht denn nach Sciacca, hat mich mal eine deutsche Reiseleiterin gefragt. Diese Frage ist ein Ergebnis der vielen tiefen und faszinierenden Eindrücke, die Sizilien dem staunenden Besucher einbrennt. Der Spannungsbogen aus Geschichte, Kultur, Menschen und Landschaft lässt die Sinne des Sizilienbesuchers vibrieren. Immer wieder aufs Neue.

Ebenso ist Badeurlaub in Sizilien wunderbar möglich. Es gibt in Italien selten so viele freie Strände wie im Süden des Landes, speziell auch in Sizilien. - Möchte man aber aus Deutschland in der Erwartung abfliegen, anschließend in einem eingedeutschten Urlaubsgebiet zu landen, ist man in Sizilien falsch. Gleiches Essen wie zuhause, gleiche Sprache und Musik, Party nonstop und bloß keine Umgewöhnung, das alles ist hier nicht. Macht ja auch nichts. Es gibt anderswo genügend bekannte touristische Brennpunkte, wo man diese Art von Tapetenwechsel ausleben kann. Die Geschmäcker sind halt mal verschieden. Gottseidank, sonst hockten wir alle aufeinander.

Was nicht heißt, dass man als Pauschaltourist in Sizilien nicht auf seine Kosten kommt. Ganz im Gegenteil - gerade wenn man die Insel die ersten Male besucht, einfach unbeschwert strandurlauben und relaxen oder die atemberaubende Natur genießen will, sind die reizvollen Angebote im Reisemarkt goldrichtig.

An der langen Nordküste sind neben dem Naturreservat Lo Zingaro die Orte Castellammare del Golfo, Palermo, Bagheria, Monreale und auch Cefalù mit dem Flair des "Paese dei pescatori" allesamt touristische Hotspots. Aufgereiht wie Perlen an der Kette. Gleich hinter Cefalù lädt die Macchia des Naturschutzgebietes Madonie zum ausgedehnten Wandern zwischen großen Steineichen, Zedern und Stechpalmen ein. Sizilien kann auch mondän sein. Das berühmte Taormina an der nördlichen Ostküste ist ein geradezu klassisches, wunderschönes Beispiel dafür und unbedingt wert, intensiv erlebt zu werden.

Der von Nordafrika angehauchte Westen beziehungsweise Südwesten mit den griechischen Tempelanlagen Segesta, Selinunte, Agrigento ist eine ganz andere Facette Siziliens. Und hier sind wir wieder bei Sciacca. Diese aufregende Stadt mit dem großen Fischereihafen, Tunesien ist gerade mal 190 km weit weg, sollte man sich nicht entgehen lassen. Wie die anderen Orte an diesem Küstenstreifen, Marsala und Mazara del Vallo, erinnert auch Sciacca nicht nur mit den geschachtelten kubischen Häusern an den nahen Maghreb. Auch die Bevölkerung hat hier seit Jahrhunderten einen großen Teil arabischer Gene in sich. Das alles sind Gründe, warum man eben doch nach Sciacca gehen sollte.


Noto-Chiesa3-1Der barocke Südosten Siziliens ist wieder eine eigene, faszinierende Welt. Nach den schlimmen Erdbeben in vergangenen Zeiten haben die Menschen wie zum Trotz komplett zerstörte Städte wie Catania, Noto, Ragusa, Modica, Scicli in einer Pracht wieder aufgebaut, wie man es sich heute nicht mehr vorstellen und vermutlich auch nicht mehr leisten kann. Die spätbarocken Städte in diesem großen Gebiet, dem "Val di Noto" sind von der Unesco als Weltkulturerbe ausgewählt worden. Die herrliche Landschaft "Il Paese Modicano" erinnert mit dem vom Meer her sanft ansteigenden Hügelland an Bilder der Toskana.

Es ist nicht möglich in diesem Rahmen eine Art Reiseführer zu integrieren. Die Schätze der größten Mittelmeerinsel Sizilien sind einfach zu gewaltig, zu umfangreich. Dafür gibt es hervorragend gemachte Printreiseführer, die man zum Kennenlernen von Sicilia, dem alten Trinakria unbedingt zu Rate ziehen sollte. Auch im Web kann man sich mittlerweile schnell und umfassend informieren. Nur so ist man schon im Vorfeld auf die faszinierendste Insel Europas eingestellt. Wenn man dann im Frühjahr oder Herbst bei einem Sizilienbesuch mal eine Rundreise, geführte Touren oder informative Stadtrundfahrten bucht, spätestens dann müsste die Sympathie für Land und Leute mit Macht durchschlagen und der Sizilienvirus die Sehnsucht wachhalten.

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